Labradore von Contionacum

 

 

 Der Mythos vom

 

Hundefutter

 

 

Wie jedem bekannt, richtet sich die Reihenfolge der Zutaten unter der Rubrik Zusammensetzung, nach der Menge der eingesetzten Zutaten.

 

Also wovon am Meisten drin ist, das steht an der ersten Stelle und wovon am Wenigsten drin ist, das steht an letzter Stelle.

 

Oft finden wir unter Zusammensetzung die Begriffe tierische, bzw. pflanzliche Nebenprodukte. Eigentlich hören sich die Begriffe recht ordentlich an. Da wir aber nicht genau wissen, was sich alles dahinter verbirgt, lohnt ein Blick in folgenden Leitfaden mit einem lesenswerten Vorwort von Dr. Heinrich Stöppler, Präsident Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT)



Leitfaden zur Katalogisierung von Schlachtnebenprodukten bei Schwein und Rind
Leitfaden_zur_Kategorisierung_-_07-12-20[...]
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Leider habe ich keine offizielle Liste der pflanzlichen Nebenerzeugnisse für die Food-Produktion gefunden. Wen es aber interessiert, der googlet einfach mal unter dem Begriff und findet unzählige Seiten mit Auflistungen, wie gesagt, ohne Garantie, da ich die Quelle nicht gefunden habe).

 

Jetzt gibt’s ja die Stiftung Warentest, eine Verbraucherschutz-organisation mit staatlichem Auftrag, die verschiedene Produkte testet und eine Benotung von 1 (sehr gut) - 5 (mangelhaft) vornimmt.

 

So wurde auch das Hundefutter (Trockenfutter) 11/2010 getestet. Auffallend war, dass verhältnismäßig viele günstige Diskounter-produkte mit der Note sehr gut (1,0 ) abschnitten.

Hat uns der Test die Auswahl des Futters nun endlich einfacher gemacht ???

 

Zuerst einmal lohnt es sich, sich die Kriterien anzusehen, wie überhaupt getestet wurde.

 

Diese waren:

 

a)    Ernährungsphysiologische Qualität; Gewichtung: 55 %
Gehalt des Futters an Mineralstoffen, Vitaminen (Vitamin A u. E) ect.

 

b)  Schadstofffreiheit; Gewichtung: 20 %
Schwermetallgehalte, Schimmelpilzgifte

 

c)  Mikrobiologische Qualität; Gewichtung: 10 %
aerobe Keime

 

d)  Deklaration; Gewichtung: 15 %
Kennzeichnungsbestimmungen, Bewertung der Fütterungsempfehlungen.


 

Unberücksichtigt blieben Fragen wie:

 

1.   Sind wertvolle / minderwertige Rohstoffe enthalten?

 

2.   Wie wird das Futter von meinem Hund verwertet?

 

3.   Sind in dem Futter Zusatzstoffe (E) enthalten?

 

4.   Sind weitere wichtige Vitamine enthalten?

 


Zu 1. Es wurde keine Wertigkeit der Rohstoffe vorgenommen. Hochwertige Rohstoffe wurden mit Rohstoffen minderer Qualität gleichgesetzt. Wer nicht weiss, was hochwertige bzw. minderwertige Rohstoffe im Zusammenhang mit Hundefutter sind, kann dies ganz einfach googlen.

 

Zu 2. Auch wurde die Verwertung des Futters nicht getestet. Hier eine Futterwertleistungsprüfung (Test über 365 Tage) zu fordern, finde ich allerdings schwierig. Bei Legehennen kann man die Anzahl der gelegten Eier zählen, bei Mastschweinen die Gewichtszunahme aber beim Hund????

 

 

Zu 3. Ob Zusatzstoffe wie Antioxidantien im Futter zu finden war, spielte leider ebenso keine Rolle.

 

 

Zu 4. Ob weitere wichtige Vitamine enthalten waren, war ebenso nicht Gegenstand des Tests.

 

 

 

Mein Fazit:

 

Für mich ist das Ergebnis der Stiftung Warentest ein Ergebnis dafür, welches Hundefutter den Mindestanforderungen eines Hundefutters entsprechen soll um vermarktet werden zu dürfen.

 

Der Test ist kein Ergebnis für die Differenzierung zwischen hochwertigem oder minderwertigem Hundefutter, was ich mir erhofft hatte.

 

Wir sind jetzt vielleicht sensibel geworden für die Zusammensetzung des Futters und unser Blick geht erst einmal auf die Rückseite der Verpackung auf das Wort Zusammensetzung (auch wenn wir hierfür oftmals eine Brillen benutzen müssen ;o)

 

Finden wir Angaben wie:

 

  • pflanzliche und tierische Nebenprodukte :o( drauf, dann sind sie auch enthalten,
  • steht ein E (Zusatzstoffe drauf) :o( dann sind sie auch drin
  • stehen Vitamine drauf :o) dann sind sie auch drin.

 

Ich empfehle meinen Welpenkäufern, aufmerksam die Zusammensetzung des Hundefutters zu lesen und sich selbst ein Bild zu machen, welches Hundefutter für ihre Hunde in Frage kommen soll.

Es gibt viele hochwertige Produkte!

 

Das Hauptkriterium für unsere Entscheidung ist letztendlich aber meistens doch malwieder der Preis! Würde ein hochwertiges Futter zu Diskounterpreisen angeboten werden, würden wir doch sofort dieses Schnäppchen schlagen…

 

Schauen wir mal, ob der Preis für die Ernährung unserer Vierbeiner wirklich so ins Gewicht fällt.

 

Nehmen wir ein günstiges Produkt (2,99 € pro 3 kg) und ein hochwertiges Produkt (14,99 pro 3 kg).

 

Bei einer Fütterungsmenge von 400 gr. pro Tag (das ist ungefähr die Mahlzeit für einen Labbi mit 40 kg) zahlen wir bei dem günstigen Produkt (2,99 € pro 3 kg):

 

3000 gr / 400gr. = 7,5 Tage

d.h. 2,99 € / 7,5 Tage = ca. 0,40 € am Tag

                                               

Im Vergleich:

 

Nehmen wir nun ein hochwertiges Futter (14,99 € für 3 kg), zahlen wir

14,99  € / 7,5 Tage =  ca. 2,00 € am Tag

               

 

Die entscheidende Frage ist doch nun:

 

Haben wir 1,60 € Differenz am Tag für die Ernährung unserer Vierbeiner übrig und haben dann die Gewissheit, dass wir unserem Hund ein Futter mit hochwertigen Rohstoffen, ohne tierische und pflanzliche Nebenprodukte, ohne Zusatzmittel und mit ausreichenden Vitaminen verabreichen?

 

Wir können unsere Ernährung selbst gestalten und täglich umstellen. Da macht‘s auch nichts, wenn mal ein Tag mit Fast Food dabei ist :o)

 

Unsere Hunde sind allerdings komplett abhängig von unserer Entscheidung…und das ein Leben lang!

 



Akira, Nele, Bonadea, Basko & Diva